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Qman / Enlighten 1924 - Sin Mobile Fortress - Review

August 6, 2021 - Lesezeit: 19 Minuten

Hallo zusammen,

in diesem Review geht es wieder wild zur Sache. Dieses mal schauen wir uns das Sin Mobile Fortress aus Qman's Police Battle Force Reihe genauer an. Das Set verspricht einiges an Spielfunktionen. Ob das Set den neuen Dschungelkönig stellt, oder von uns aus dem Dschungel herausgewählt wird, erfahrt ihr (wie immer) nach dem Break!

An allererster Stelle muss ich mich beim großartigen Ralf vom Steinewerk in Dillingen / Saar bedanken, der mir dieses Set als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Das Steinewerk ist die Instanz im Saarland für alternative Klemmbausteine von Qman, Cobi, Xingbao und vielen anderen Herstellern. Aber auch als Treffpunkt zum regen Austausch über Alternativen zum dänischen Marktführer ist Ralf's Steinewerk sehr beliebt. Ralf ist Mittwoch bis Freitag von 13:00 bis 18:30 und Samstag von 10:00 bis 15:00 für euch am schönen Dillinger Odilienplatz für euch da. Vielleicht trifft man sich ja mal zufällig ;o)

Nun aber zum Set. Wenn ihr das Set noch irgendwo bekommt, müsst ihr dafür um die 35 EUR über den realen oder virtuellen Ladentisch schieben. Zu diesem Tarif erhaltet ihr sechs Minifiguren und 658 Teile. Das ist sehr fair für ein Set, an dem auch der Händler in Deutschland noch etwas verdienen soll.

Ich möchte allerdings bereits etwas Spoilern. Die Qualität geht für diesen Preis gerade noch so OK. Dieses Review wird kein Verriss, es wird aber auch keine Lobeshymne.

Zudem könnte es für einige Eltern problematisch sein, dass dieses Set einige Kriegswaffen wie automatische Maschinen- und Scharfschützengewehre enthält. Für ein Kinderspielzeug für Kinder ab sechs Jahren finde ich das persönlich nicht so prickelnd. Besorgte Eltern können dem aber auch vorgreifen und die Waffen vor der Übergabe an die kleinen Baumeister:innen aus dem Set entfernen.

Qman empfiehlt dieses Set für Kinder ab sechs Jahren aufwärts

Die Verpackung

Die Verpackung ist Qman-typisch recht hochwertig, wie ich finde. Sie besteht aus einem ziemlich dicken Karton, dem auch die nicht immer zimperliche Behandlung bei der Verschiffung aus Asien nichts anhaben kann. Zusätzlich werden die begehrten Plastiksteine durch einen Innenkarton geschützt.

Auf der Vorderseite des Kartons findet ihr quasi einen "Serviervorschlag", der das Set in Aktion zeigt. In der Police Battle Force streiten sich die bösen "Sin"-Agenten mit der Wildhüter-Polizei, die nichts unversucht lässt, die wilden Tiere wie Tiger und Elefanten vor den Fängen der gegnerischen Partei zu schützen.

Die Rückseite gibt, wie auch bei vielen anderen Sets einen Einblick in die Spielfunktionen des Sets. Dazu gehören in diesem Fall ein Netzkatapult, eine versteckte Kommandozentrale und einen ausfahrbaren Käfig, in den die wilden Tiere für den Weitertransport verbracht werden können.

Qman ist der Meinung (wie der dänische Marktführer im Übrigen auch), dass die enthaltenen Protagonisten mit Namen zu versehen sind. Davon kann man halten, was man will. Wenn ich an meine LEGO-Kindheit zurück denke, hatte ich selbst nie Probleme, die Fantasie spielen zu lassen und den jeweiligen Figuren eigene Namen zu geben. Wie geht es euch damit? Lasst es mich über die Kommentarfunktion oder bei Facebook wissen.

Die Minifiguren

Damit kommen wir auch direkt zu den Stars dieses Sets. Die Form der Qman-Figuren ist für bisher eher LEGO-affine etwas ungewohnt. Die Köpfe haben eine deutlich andere Form und die Gesichter haben oftmals einen eher japanischen Manga-Stil. Kopfbedeckungen lassen sich dadurch in der Regel nicht zwischen Qman und LEGO-Figuren austauschen.

Aus meinem direkten Bekanntenkreis kann ich allerdings berichten, dass den Nachwuchs das nicht die Bohne interessiert. Die Kids finden die Figuren toll und kommt es bei Kinderspielzeug nicht genau darauf an?

Im Gegensatz zu den weitestgehend vormontierten Figuren aus dänischer Herkunft, ist bei den Figuren von Qman etwas mehr Eigeninitiative gefragt. Die Figuren setzen sich dabei aus Kopf mit optional zugehöriger Kopfbedeckung, Oberkörper, Armen, Händen, einem "Rückgrat" und Beinen zusammen. Ein Beispiel aus diesem Set seht ihr im Foto unten.

Der Zusammenbau benötigt dabei etwas Kraft und Fingerspitzengefühl. Gerade das Einklipsen der Arme und Hände ist nicht immer wirklich einfach. Kleinere Kinder werden Hilfe von Erwachsenen benötigen. Und Obacht: Es gibt unterschiedliche Hände für den linken und den rechten Arm. Das nachträgliche Austauschen der Hände kann sich schwierig gestalten.

Im Gegensatz zu meinem letzten Review zu einem Qman-Set scheinen sich entweder die Gussformen verändert zu haben, oder ich hatte damals lediglich ein Montagsset erwischt. In diesem Set halten die Kopfbedeckungen deutlich besser.

Die Figuren sind allesamt in einer ordentlichen Qualität und das auch teils auf der Vorder- und der Rückseite bedruckt.

Nun will ich euch aber erstmal mit den Fotos der einzelnen Figuren alleine lassen.

Der Aufbau

Neben den Minifiguren gibt es allerdings noch einen Truck, den es in diesem Set aufzubauen gilt. Nun also zu dessen Aufbau...

Um den angehenden Baumeister:innen einen übersichtlichen Einstieg zu ermöglichen, hat Qman den Aufbau des Trucks in insgesamt fünf Bauschritte aufgegliedert. Dadurch bleibt die zu durchsuchende Teilemenge immer recht überschaubar.

Die Bauanleitungen von Qman sind solide gestaltet. Damit sollte es eigentlich keine Missverständnisse beim Bau geben. Alles was wir bereits aus den Sets des dänischen Marktführers gewohnt sind, finden wir hier auch in ähnlicher Form.

Für jeden Bauschritt gibt es eine Übersicht der zu verbauenden Teile. Da in diesem Set auch einige Teile verwendet werden, die es in dieser Form von LEGO nicht gibt, wird auf diese Teile besonders hingewiesen. Die in zurückliegenden Bauschritten verbauten Teile werden leicht aufgehellt dargestellt. Ich konnte während des Aufbaus keine Fehler in der Anleitung feststellen. Hier leistet Qman echt tolle Arbeit.

Leider nicht ganz so toll sind die verkratzten Fenster. Leider bekommt es Qman nicht gebacken, diese Elemente in so in separate Tütchen zu verpacken, dass diese wenigstens rudimentär vor Kratzern geschützt sind. Verzichtet man vielleicht darauf, weil die Teile bereits bei der Kommission so verkratzt ankommen? Das wäre insbesondere deshalb schade, weil die Fenster sonst super transparent und nicht milchig sind. Das kann man in letzter Zeit noch nicht mal mehr beim Marktführer so vorfinden. Deshalb wären unzerkratzte Scheiben zu diesem Setpreis ein absolutes Highlight.

In diesem Set finden sich, wie bereits oben erwähnt, auch einige Spezialteile. So zum Beispiel die hier fotografierten zwei Plates hohen 1x2 Bricks. Die gibt es so ähnlich beispielsweise auch bei Cobi.

Dank der Beschriftung (ENLI für Enlighten) der Noppen stellt sich recht schnell ein LEGO-ähnliches Baugefühl ein. Auch wenn die Steine anderer Hersteller der Klemmkraft und Qualität nichts nachstehen, fehlt mir doch immer etwas, wenn die Steine lediglich über glatte Noppen verfügen. Bei den Sets von Qman sieht man erst auf den zweiten Blick, dass die verwendeten Steine nicht von LEGO sind.

Ein besonderes Special für mich sind immer wieder die vielen verschiedenen Teiletrenner. Ich habe bereits eine kleine Sammlung von einigen Herstellern. Der in diesem Set beiliegende Trenner ist schon einer der einfacheren Sorte, aber er erfüllt seinen Job und die blaue Farbe finde ich persönlich besonders toll.

Schritt 1

Beim Öffnen der ersten Tüte, hatte ich bereits strahlende Augen; kamen mir hier doch bereits eine Hand voll Technic-Bricks entgegen. Diese Teile erinnern mich an meine ersten Technic-Sets der Dänen. Leider bekommt man diese Teile bei Sets des dänischen Marktführers mittlerweile recht selten. Die Dänen verwenden in ihren Technik-Sets fast ausschließlich Liftarme.

Aber leider gibt es einen kleinen Wermutstropfen: Gerade diese Technic-Bricks eine spürbar geringere Klemmkraft als die anderen von Qman verwendeten Systemsteine. Das ist in diesem Set nicht so gravierend, weil diese Bricks gut gekontert werden. Die fehlende Klemmkraft ist aber gerade deshalb schade, weil Qman bei den "normalen" Steinen ja zeigt, dass die Klemmkraft können. Das ist einfach ärgerlich.

Schritt 2

Im zweiten Schritt werden die ersten Sticker verarbeitet. Und da zeigt sich (wie ich bereits in meinem Review zu Qman's Storm Lord festgestellt habe), dass die Sticker von Qman keinen Fehler verzeihen. Während man die Sticker anderer Hersteller in der Regel nach dem Platzieren nochmal abziehen und korrigieren kann, bilden sich bei den Stickern von Qman beim wiederholten Abziehen unansehnliche Rippel. Kleinere Baumeister:innen sollten sich also beim Anbringen der Sticker von entspannten Bauhelfer:innen unterstützen lassen, wenn das Ergebnis ansehnlich werden soll.

In diesem Schritt wird auch ein Zahnrad auf einer Kreuzachse montiert. Dieses Zahnrad hat NULL Klemmkraft auf der Achse und hält nur aufgrund des Umstandes, weil ein Herausrutschen durch einen davor gesetzten 1x8 Brick verhindert wird. Das nährt bei mir die Vermutung, dass Qman bei den Technic-Elementen einen grundsätzlichen Nachholbedarf hat.

Schritt 3 und 4

In den Schritten 3 und 4 wird der Trailer des Gespanns fertig gestellt. Was die Spielfunktionen angeht, hat Qman eher geklotzt, als gekleckert.

Der Trailer verfügt über eine Kommandozentrale, einen ausfahrbaren Käfig, einen Kran und einen Netzwerfer. Was den Ideenreichtum angeht, bekommt Qman hier eindeutig die Höchstnote.

Aber leider müssen wir bei den Spielfunktionen auch einige bittere Pillen schlucken. So funktioniert der Mechanismus zum Ein- und Ausfahren des Käfigs etwas hakelig. Das ist aus meiner Sicht dem Umstand geschuldet, dass zum einen der Zahnradantieb aufgrund des sich auf der Achse bewegenden Zahnrads etwas suboptimal funktioniert. Und zum anderen ist die Qualität und die Klemmkraft der Steine gut, aber die Steine sind nicht immer ganz perfekt entgratet. Deshalb muss man gelegentlich mal zusätzlich zum Zahnradmechanismus mal mit den Fingern nachhelfen, damit er Käfig ordentlich ein- und ausgefahren werden kann. 

Auch die Funktion zum Einziehen des Tarnnetzes nicht wirklich schön gelöst. Hierzu wird ein Seil durch das Netz gefädelt, über das Dach geführt und auf der Rückseite mit einem Technic-Brick verklemmt. Leider löst sich das Seil bereits bei der Montage in seine einzelnen Fasern auf und es ist einfach nicht genug Spannung auf dem Seil, dass der Technic-Brick  stabil hält.

Versteht mich nicht falsch! Das sind natürlich alles Dinge, die man mit einigen wenigen Handgriffen optimieren kann und natürlich muss man bei einem Set in dieser Preisklasse andere Maßstäbe anlegen, als an ein Set, das beim Marktführer gut und gerne das doppelte gekostet hätte. Allerdings verspricht Qman diese Funktionen auf der Verpackung. Und dann, finde ich, sollten die beworbenen Funktionen auch gut funktionieren.

Der Netzwerfer ist topp und so auch bereits im Flight Police Headquarter enthalten.

Fazit

Nach fünf Bauschritten haben wir das Ungetüm fertig gestellt. Der fertige Truck hat die Abmessung von ca. 38 x 8 x 13 cm. Damit bekommt man hier schon ordentlich Volumen fürs Geld.

Die Optik des Trucks ist absolut cool und könnte durchaus auch aus einem Mad Max Film entsprungen sein. Insgesamt geht die Teilequalität der Systemsteine in Ordnung. Nachbessern muss Qman allerdings bei der Klemmkraft der Technic-Teile. Die ist nicht immer ganz optimal.

Das Führerhaus des Trucks ist so gestaltet, dass sich das Dach einfach abnehmen lässt. Und natürlich lassen sich hier auch die beiliegenden Figuren einsetzen. Das klappt allerdings auch nur, wenn die Figuren nicht über eine Kopfbedeckung verfügen.

Nicht ganz so toll finde ich allerdings die sehr stark verkratzten Scheiben, Spielunktionen, die nur fummelig funktionieren und Dekoelemente (wie zum Beispiel der Auspuff), die nur an einer Noppe halten und dadurch leider viel zu leicht abfallen. Letztere hätte man wohl idealerweise einfach weggelassen.

Ich finde den Ideenreichtum von Qman großartig. Wenn Qman nun auch in neueren Sets bei der Qualität der angepriesenen Spielfunktionen nachzieht, kann man Qman uneingeschränkt empfehlen.

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