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Xingbao - XB-10006 - Assault Institute - Review

Januar 5, 2020 - Lesezeit: 16 Minuten

Hallo zusammen,

mit diesem Beitrag starten wir in die finale Runde zu den City Police Sets von Xingbao. Bei diesem Set gibt Xingbao noch ein mal alles. Größer bzw. teilereicher in dieser Reihe ist lediglich die klassische Polizeiwache XB-1000, die ihr zum Beispiel bei freakware.de zum aktuellen Preis von 35,90 EUR plus Versand (Stand Januar 2020) kaufen könnt. Welche düsteren Versuche in Kesimas Labor voran getrieben werden, lest ihr nach dem Break!

Ich selber habe dieses Set zusammen mit den anderen City Police Sets bei einer Rabatt von BlueBrixx gekauft. Das Assault Institute ist dort aktuell für 24 EUR plus Versand (Stand Januar 2020) zu bekommen. Zu diesem Preis bekommt ihr 1233 Teile (darunter viele hochinteressante transparente Panels) und sechs Minifiguren.

In diesem Set gipfelt die Spannungskurve, die mit den anderen Sets aufgebaut wurde. In diesem finalen Gefecht wird der verrückte Professor Kesima in seinem geheimen und gut bewachten Labor gestellt. Gelingt es der Polizei, den dreisten Forscher endgültig dingfest zu machen?

Die Verpackung

Die Verpackung ist wie bereits bei den anderen Xingbao-Sets tadellos. Der Karton ist bei Xingbao deutlich stabiler als zum Beispiel beim Markenhersteller aus Dänemark. Die ohnehin schon recht stabile Außenkartonage beinhaltet einen Schuber, in dem dann die Beutel mit den Einzelteilen zu finden sind. Da geht definitiv auch beim langen Transportweg aus China nichts zu Bruch.

Die Vorderseite gibt eine mögliche Spielszene wider. Wobei sich meines Erachtens aber ein Fehler eingeschlichen hat. Auf der Vorderseite wird gezeigt, wie ein großes Fensterelement aus der Wand gesprengt wird.

 Laut meiner Aufbauanleitung ist dies so allerdings nicht vorgesehen. Das Fenster ist fest verankert. Ein Spielfeature ist an dieser Stelle nicht zu erkennen.

Hier wird das Fenster fest mit der restlichen Etage verbunden. Keine Ahnung, was sich der Designer des Karton-Layouts hierbei gedacht hat.

Auf der Rückseite werden wie immer einzelne Spielfunktionen erklärt. Ob man allerdings explizit erwähnen muss, dass ein Waffenturm drehbar ist und ein Hubschrauber-Cockpit geöffnet werden kann, um eine Spielfigur einzusetzen, weiß auch nur Xingbao; strotzt das Set doch nur so vor Details, die man hier eher hätte in Erwähnung bringen können oder sollen.

Im Set sind sechs Minifiguren enthalten. Allerdings handelt man sich hier leider ausschließlich Dubletten ein, wenn man schon die anderen Sets der Reihe gekauft hat. Im Set enthalten sind von links nach rechts DuLong (aus Set XB-10005), HaoBai (aus XB-10002; dort als GaoBai), LiangChen (aus XB-10003), Joey (aus XB-10002: dort als QiaoYi), Jason (aus XB-10003) und der verrückte Professor Kesima (aus XB-10005). Mindestens eine eigenständige Figur hätte diesem Set gut zu Gesicht gestanden.

Ähnliches wird man aller Wahrscheinlichkeit nach in Zukunft auch bei LEGO selbst vorfinden, da auch LEGO dazu übergegangen ist, seinen City Sets explizit benannte Protagonisten statt generischer Figuren bei zu legen. Dies geschieht bei LEGO in Vorbereitung zu der im Sommer startenden TV-Serie "LEGO City Adventures". Während sowas bei einigen sicher den Sammeltrieb schürt, wird der Eine oder Andere sicher auch frustriert darüber sein, mehrfach die gleiche Figur in seinen Sets vorzufinden. Gerade wenn man eine LEGO Stadt mit generischem Personal ausstatten will, ist man mit dem neuen Vertriebsmodell in Analogie an die Star Wars Battle Packs dann eher auf die Figuren-Sets (z. B. 60234 Stadtbewohner - Jahrmarkt oder 60202 Stadtbewohner - Outdoor-Abenteuer) angewiesen.

Der Inhalt

Der Inhalt der 25 Tütchen wird in acht Bauschritten zusammengefügt. Wie schon bereits oben angekündigt, erwarten uns in diesem Set einige Besonderheiten, die dieses Set wieder zu einem möglichen Teilespender für eigene Projekte machen könnten, sofern man am ursprünglichen Gedanken des Sets keinen Gefallen findet.

So enthält das Set viele Elemente in hellem Transparent-Blau. Ein paar davon habe ich für das untere Übersichtsfoto mal herausgesucht. Von den großen gebogenen Fensterpanels sind in diesem Set beispielsweise fünf Stück enthalten. Die vielen transparenten Elemente erlauben zum Beispiel auch den Bau einer ansehnlichen Weltraumbasis oder ähnlichen Gebäuden. Zumindest mich erinnert der grundlegende Aufbau des Labors an frühe Weltraumsets wie zum Beispiel das 6971 - Intergalatische Kommandozentrale.

Was die Qualität angeht, habe ich dieses mal wohl wieder eine gute Charge erwischt, nachdem das Set XB-10003 Museumsraub ja die Messlatte wieder etwas nach unten gezogen hatte. Die transparenten Teile sind nicht mehr verkratzt, als man es auch von entsprechenden Teilen aus dänischer Produktion erwarten würde. Die großen transparenten Elemente sind zusammen so verpackt, dass sie sich beim Transport in der Box möglichst wenig gegeneinander bewegen können. Der Aufwand hat sich auf alle Fälle gelohnt.

Bisher im LEGO-Sortiment unbekannt sind für mich Tiles wie unten gezeigte. Klar gibt es solche großen Kacheln auch aus dänischer Herstellung, allerdings sind mir keine bekannt, die nur eine solche 2x2-Aufnahme in der Mitte haben. 

Hier noch ein paar Teile, mit denen relativ unkompliziert Wände gezogen werden können. Leider ist nur ein Panel im Wellblech-Look im Set enthalten. 

Auch toll: Das Set bringt 17 Brick Modified mit Mauer-Profil in (haltet euch fest!) gelb mit. Diese gibt's im dänischen Sortiment nur in gedeckteren Farben. In gelb sind diese Steine aber auch sehr toll an zu schauen... Schade, dass es (noch?) kein Brick-Link für China-Steine gibt.

Nun lasst uns aber mal zusammenfügen, was zusammen gehört...

Der Aufbau

Im ersten Schritt wird nahezu die komplette untere Etage fertig gestellt. Auch wenn diese Etage nach diesem Bauabschnitt noch etwas nach Rohbau aussieht, zieht hier schon bereits ein großer Teil der Laborausstattung ein.

Die Qualität und Klemmkraft der Steine ist durchweg gut. Noch nicht zu hundert Prozent am Marktführer, aber weit ist der Weg bis dorthin nicht mehr. Allerdings verzichtet Xingbao bei diesem Set auch durchweg auf irgendwelche abgedrehten Bautechniken, was der Stabilität definitiv zu Gute kommt.

Das Forschungsequipment umfasst mehrere Terrarien einschließlich zugehöriger Versuchstiere, eine Laseranlage, hochwertige Mikroskope und einen Kröten-Roboter-Hybrid-Prototypen. Wenn das mal nicht abgedreht ist.

Im nächsten Bauabschnitt bekommt das Labor eine Luftschleuse. Diese kann (warum auch immer) in das Gebäude hinein und herausgeschoben werden und ist über eine äußerst massiv wirkende Tür gesichert. 

Zudem wird Kesimas persönlicher Bereich in der zweiten Etage eingerichtet. Kesima verfügt hier über eigenes Equipment und kann sich in Ruhe der Entwicklung seiner persönlichen Welteroberungspläne hingeben. Die Regale sind vollgepackt mit unterschiedlichen Proben und Utensilien, die das verrückte Forscherherz glücklich machen.

Im dritten Bauabschnitt feiern wir Richtfest und bauen das Dach einschließlich einer kleinen Aussichtsterasse. Das stark beanspruchte Forscherhirn braucht offenbar zwischendrin auch mal ein wenig Frischluft, um auf höchstem Niveau arbeiten zu können.

Der vierte Bauabschnitt setzt dem ganzen die Krone auf. Im Nachhinein fällt mir zudem auf, dass ich das Turmelement verkehrt herum auf dem Dach montiert habe... Naja, seis drum. Ich verzeichne das unter der künstlerischen Freiheit. Kann man hier vielleicht gar schon von einem MOC reden? ;o)

Der Innenhof des Labors wird durch mehrere Kameras und einem Waffenturm gesichert. Der Waffenturm bildet sich aus zwei angedeuteten Raketenwerfern und einem Projektilwerfer der runde 1x1er Fliesen verschießen soll. Achtung: Hier kommt der erste Kritikpunkt. Der Projektilwerfer ist in meinem Fall nicht in der Lage gewesen auch nur ein Projektil zu werfen. Die Klemmkraft der Zangen, welche die Fliese halten, sind hierzu leider zu stark.

Nun brauchen aber auch die Polizisten Gerätschaften, um den Sturm auf die Festung mit ausreichender Durchschlagskraft durchführen zu können. Diese werden in Abschnitt fünf und sechs zusammengebaut.

Hierzu gehört neben einem fast schon gewöhnlich aussehenden Polizeifahrzeug auch ein mit Raketenwerfern bestückter Helikopter. Beide Fahrzeuge sind stabil und halten den durch forsche Kinderhände geführten Einsatz locker aus.

Abschnitt Nummer sieben widmet sich weiterem Equipment das zur Bewachung und zum Schutz der Laboreinrichtung eingesetzt werden soll. Hierzu gehören zum Beispiel ein vierbeiniger und mit Stud-Shootern ausgestatter Roboter-Sitz.

Während der Sitz noch einigermaßen simpel aufgebaut ist, musste ich zumindest bei dem unten links abgebildeten Roboter schon heftig fluchen. Zu wackelig ist hier die Konstruktion. Alle Teile werden im besten Fall über eine Verbindung mit nur einer Noppe zusammengesetzt. Das macht weder beim Aufbau, noch beim Spielen Spaß. Im Digital Designer oder Stud.io sieht der Roboter sicher klasse aus. Die verwendeten Bautechniken lassen ein ordentliches Bespielen aber nicht zu.

Etwas besser sieht das bei dem kleinen Velociraptor-ähnlichen Viech aus. Dieser ist grundstabil, aber von der Optik auch nur halb so cool wie sein etwas wackeliger Kollege.

Der achte und letze Bauabschnitt widmet sich wie immer den Minifiguren. An diesen gibt es, abgesehen von der fummeligen Montage der Schultergelenke, absolut nichts auszusetzen. Die Drucke der Figuren sind top. Bei fast allen sind auch die Beine bedruckt. Lediglich die Tatsache, dass es sich bei allen Figuren um Dubletten handelt, trübt den Spaß an dieser Stelle etwas. Gegenüber dem Nachwuchs lässt sich vielleicht argumentieren, dass es sich bei diesen Figuren um Zwillingsbrüder handelt, die sich im finalen Kampf ihren Doppelgängern anschließen... 

Fazit

Meines Erachtens ist das Assault Institute gleich in mehrfacher Hinsicht das Highligt der aktuellen City Police Reihe. Das mache ich zum einen an der Teileauswahl fest. Viele dieser Teile eignen sich dazu, tolle Gebäude zu bauen. Die Klemmkraft ist gut und besonders die transparenten Elemente sind von herausragender Qualität, was China-Klemmbausteine angeht.

Aber auch zum Spielen taugt das Set, wenn man den einen etwas fummeligen Wachroboter und den klemmenden Stud-Shooter auf dem Wachturm außer acht lässt.

Das Set ist wunderbar schräg mit seinen vielen kleinen Details und dem enthaltenen Laborequipment. Und genau auf diese Detailverliebtheit und die quergedachten Spielideen stehen wir doch bei unseren Klemmbausteinsets. Die City Police Reihe ist eine tolle Abwechslung zum dänischen Polizei-Einheitsbrei und der immer wieder gleichen Polizeistation.

Ich hoffe sehr dringlich und flehend, dass LEGO in seiner City die Kurve kriegt und auch dort mit solchen abgedrehten Ideen um die Ecke kommt. Es wird allerhöchste Zeit dafür.

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