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Xingbao XB-10002 - Intercept and Chase - Review

Dezember 18, 2019 - Lesezeit: 12 Minuten

Hallo zusammen,

mit diesem Beitrag startet die Review-Serie zu Xingbao's City Police Reihe. Xingbao verlässt ausgetrampelte Pfade und geht mit seinen Polizei-Sets ungewohnte Wege. Und es macht so viel Spaß! Was das Set "Intercept and Chase" (Abfangen und Verfolgen) drauf hat, erfahrt ihr wie immer nach dem Break!

Wie bereits auf Facebook angekündigt, habe ich bei Bluebrixx' zugeschlagen und mir ein Paket mit City Police Sets von Xingbao gesichert.

Bei den Reviews arbeiten wir uns der Reihe nach durch, angefangen beim kleinsten Set der Serie. Aktuell ist dieses Set zum Beispiel bei Bluebrixx zum Preis von 6 EUR (Stand Dezember 2019) zu haben. Für diese schmale Mark bekommt ihr 352 Teile und 3 Minifiguren.

Ich will euch nicht weiter auf die Folter spannen. Lasst uns loslegen, und uns dieses Schätzchen im Detail anschauen.

Die Verpackung

Die Verpackung lässt es bereits erahnen: Dieses Set hat mit dem üblichen Polizei-Einerlei, das man so aus Dänemark kennt, rein gar nichts gemein. Hier dürfen die Cops noch richtige automatische Waffen mit sich führen und die Gauner bedienen sich eines fahrbaren Untersatzes, der geradewegs aus einem "Mad Max"-Setting entprungen sein könnte.

Leider hat sich Xingbao hier ein schlechtes Vorbild genommen, und seinen Figuren eigene Namen gegeben. Von Links nach Rechts heißen die Figuren "Gao Bai", "Sen Yu" und "Quiao Yi".

Die eindeutige Benennung der Figuren mag vielleicht toll sein, um einen Story-Bogen über mehrere Sets zu spannen. Allerdings führt das, wie wir sehen werden, auch dazu, dass man nach dem Kauf von vier Sets einige Figuren mehrfach in Händen halten wird.

Die Rückseite gibt Auskunft über einige Spielfunktionen. Allerdings wird zum Beispiel auf die sich drehende Radarantenne hingewiesen. Dass man diese über einen Wipp-Mechanismus aber auch effektvoll umlegen kann, findet keine Erwähnung.

Der Inhalt

Insgesamt liegen der Packung neun Tütchen bei. Auch wenn es bei der geringen Teileanzahl eigentlich nicht erforderlich wäre, hat sich Xingbao entschlossen, den Bau in insgesamt vier Abschnitte aufzuteilen, wobei sich der letzte Abschnitt ausschließlich mit dem Zusammenbau der Minifiguren beschäftigt.

Ein Tütchen davon enthielt allerdings nur einen einzelnen Stein. "Die spinnen, die Chinesen" dachte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch. Was das wohl soll? Die Auflösung gibts gleich beim Aufbau :o)

Zuerst will ich euch aber noch zeigen, welche (aus meiner Sicht) coolen Teile in dem Set enthalten sind. Da wäre zum einen ein Gussteil, welches die zum Set gehörenden Waffen enthält. Diese sind bei der großen Konkurrenz aus Dänemark eher rar gesät. Aber seien wir mal ehrlich: Welches SWAT Team der Welt kommt denn ohne das entsprechende Werkzeug zum Einsatz? Und toller als die vielfach verwendeten Stud-Shooter sind diese Waffen (Sniper-Gewehr, MP und Handfeuerwaffe) aus meiner Sicht allemal.

Außergewöhnlich fand ich auch die Teile, mit denen im späteren Verlauf die Front des Fahrzeugs verziert werden. Und eine solche Scheibe, wie sie diesem Set beiliegt, ist mir bisher ebenfalls noch nicht unter gekommen. Leider war die Scheibe bei diesem Set nicht separat verpackt, weshalb sie leider mit ein paar Schrammen bei mir ankam.

Achso, eins muss ich noch erwähnen: Bei Xingbao sind in der Regel (ja, es gibt Ausnahmen) alle Teile bedruckt. So auch in diesem Set.

Der Aufbau

Der eigentliche Aufbau gestaltet sich als so einfach wie erwartet. Die ca. 350 Teile sind in einer guten halben Stunde zusammen gesteckt. Genau das richtige, für einen verregneten Sonntag-Nachmittag bei Kaffee oder Tee.

Die Anleitung von Xingbao gibt keine Rätsel auf. Diese sind mittlerweile ähnlich gut, wie die Anleitungen von LEGO. Während des ersten Bauabschnitts stellt sich aber schnell heraus, was es mit dem einzelnen Steinchen auf sich hat.

Im Foto ist zu sehen, dass hier ein zusätzliches Teil zur Teileliste geklebt wurde. Die Bauanleitung und auch die Packung enthielt somit offenbar einen Fehler, der nachträglich korrigiert wurde. Eine pragmatische Lösung, wie ich finde.

Nach dem ersten Bauabschnitt steht also das Gangster-Gefährt vor uns. Ein abgespacetes Teil, wie ich finde. Jetzt nach dem ersten Bauabschnitt muss ich sagen: Wahnsinn, welche Fortschritte Xingbao mit der Teilequalität gemacht hat. 

Zwischen meinem ersten Xingbao-Set (Citizen Akira Bike) und diesem hier, liegen vielleicht zwei Jahre. Die Teile jedoch unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Das Akira Bike war ohne Zuhilfenahme von Teilen aus meinem eigenen LEGO-Fundus praktisch nicht aufzubauen. Die Klemmkraft war ungenügend und das Finish der Teile hatte auch an vielen Stellen nicht gepasst.

Bei diesem Set hier? Kein Gedanke an schlecht sitzende Teile. Die Qualität ist zwar noch immer nicht ganz LEGO-Niveau. Mit dieser Generation Klemmbausteine habe ich allerdings nicht den Hauch von Skrupel, diese auch zusammen mit meinen Steinen aus Dänemark zu verbauen. Der Unterschied ist marginal. Lediglich die Baustile sind an der einen oder anderen Stelle noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Optik des Autos ist super martialisch. So stellt man sich ein Fahrzeug von fiesen Gangstern doch vor! Immer nur Standard wäre dann doch zu langweilig. Toll, dass Xingbao hier seinen eigenen Weg geht.

Im zweiten Schritt wird etwas gebaut, was ich als Polizei-Straßensperre mit Geschwindigkeits-Messanlage bezeichnen würde. Aber ich denke, da gibt es durchaus etwas Interpretationsspielraum ;o) Ist ja auch mal schön, wenn Spielzeug nicht von A bis Z für einen durchgedacht wird.

Wie bereits oben beschrieben, lassen sich Kamera und Radarschüssel drehen. Über einen eingebauten Wipp-Mechanismus lässt sich der gesamte Mast der Radarantenne per Fingertipp umlegen.

Der dritte Bauabschnitt gestaltet sich absolut unspektakulär. In diesem Abschnitt wird lediglich das Polizei-Motorad aus ein paar wenigen Steinen zusammengedübelt. Das Motorrad besteht im Unterbau aus einem Fahrrad, das mit einem Karosserie-Formteil zu einem Cruiser-Motorrad umfunktioniert wird.

Da es sich um einen chinesischen Klemmbausteinhersteller handelt, muss natürlich auch die Fahne der Volksrepublik am Heck der Maschine wehen.

Gegen das gegnerische Ungetüm stinkt das einfache Motorrad dann aber doch ein wenig ab. Spoileralarm: Das wird sich in den nächsten Sets ändern!

Im vierten und letzten Abschnitt werden die Minifiguren zusammengesteckt. Und Xingbao meint das tatsächlich im wörtlichen Sinn. Hier ist (von den Beinen abgesehen) absolut nichts vormontiert. Die Hände müssen in die Arme gesteckt werden. Die Arme bekommen Schultergelenke... Wie, Schultergelenke!?

Ja, die Besonderheit von Xingbao-Figuren ist, dass diese ihre Arme vom Körper abspreizen können. Damit lassen sich diese Figuren deutlich kreativer in Szene setzen, als die Figuren der dänischen Konkurrenz; wie im nächsten Foto zu sehen:

Dieses Merkmal ist unter anderem auch der Grund, weshalb diese Figuren nicht aus den in Deutschland verkauften Klemmbaustein-Sets entfernt werden müssen. Das Design ist offenbar eigenständig genug, um sich so weit von den Minifiguren von LEGO zu unterscheiden, dass deren Designschutz auf diese Figuren nicht mehr angewendet werden kann.

Allerdings ist das Fluch und Segen zu gleich. Der Zusammenbau dieser Minifiguren ist nämlich die Pest. Ich habe es nur unter Zuhilfenahme einer kleinen Zange geschafft, die Schultergelenke fest genug auf die dafür vorgesehenen Nubsies der Arme zu pressen. Meine Wurstfinger alleine waren dazu nicht filigran genug.

Das lässt sich jedoch verschmerzen, wenn man die Figuren dann tatsächlich vor sich hat und den zusätzlichen Freiheitsgrad beim Spielen und ausrichten der Männchen verwenden kann.

Zur restliche Qualität der Figuren lässt sich sagen: Sie sind OK. Sie fühlen sich gerade so nicht zu billig an, wenn man sie in Händen hält. LEGO's Minifiguren wirken einen Tick massiver. Auch ob die selbst eingesteckten Hände zuverlässig halten, muss die Zeit zeigen. Dem Original vertraue ich da doch noch einen Tick mehr.

Die Farbgebung und Bedruckung der Figuren ist allerdings tadellos. Der Griff der Hände ist fest genug, dass Dinge die man hineindrückt nicht von selber wieder den Abgang machen.

Fazit

Das erste Set aus der City Police Reihe ist schon mal eine super positive Überraschung. Xingbao hat in letzter Zeit einen ordentlichen Schritt nach vorne gemacht, was die Klemmkraft der Steine angeht. Die paar kleinen Kratzer auf einer Scheibe sind bei einem Set zum Preis von unter 10 EUR für ca. 350 Teile verschmerzbar und kein Grund für eine Abwertung. Wie ich schon mal erwähnt habe, kriegt selbst LEGO das manchmal nicht besser auf die Kette. Und dort bezahlt man für ein Set dieser Größe locker den doppelten Preis.

Xingbao kriegt es gebacken, nicht nur MOCs für die Vermarktung an Land zu ziehen, sondern hat offenbar auch kreative Köpfe engagiert, die eigenständige Produktreihen entwickeln. Ich finde es absolut Weltspitze, dass ein Klemmbaustein-Hersteller sich auch mal traut, solche Sets abseits des Mainstreams zu entwerfen und auch zum Verkauf zu bringen.

Ihr dürft gespannt sein, was die anderen Sets noch so alles auf und im Kasten haben ;o)

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